
Die Instandhaltung von Bodenflächen an Flughäfen in der DACH-Region stellt das Facility-Management vor wachsende Herausforderungen. Mit täglich teils über 170.000 Passagieren an Großflughäfen wie Frankfurt am Main und einem 24/7-Betrieb ist der ständige Bedarf an großflächiger Reinigung enorm. Gleichzeitig zeigen Branchenanalysen und aktuelle Stellenprofile großer Betreibergesellschaften, dass die Rekrutierung von Reinigungspersonal – oft in Teilzeitmodellen von 80 bis 150 Stunden pro Monat – zunehmend schwierig ist. Quereinsteiger sind willkommen, doch die Fluktuation bleibt hoch.
Um diese betrieblichen Hürden zu meistern und eine nachhaltige Personalaufwertung zu fördern, rückt die Automatisierung in den Fokus. Dieser Leitfaden evaluiert, inwiefern der OrionStar CleaniBot S55 Pro als gewerblicher Reinigungsroboter geeignet ist, typische betriebliche Schmerzpunkte im Flughafenbetrieb zu adressieren und das Bodenabfertigungspersonal strategisch zu entlasten.
Eine der Hauptanforderungen an die Flughafenreinigung ist Konsistenz über große Flächen hinweg, unabhängig von der Tages- oder Nachtzeit. Da manuelle Putzkolonnen rund um die Uhr im Einsatz sein müssen, bindet die repetitive Reinigung weiter Flächen wertvolle Personalressourcen, die für anspruchsvollere Aufgaben (wie die Desinfektion von Kontaktflächen oder die Sanitärreinigung) fehlen.
Der OrionStar CleaniBot S55 Pro ist darauf ausgelegt, genau diese repetitiven Aufgaben autonom zu übernehmen. Ausgestattet mit einem 25,6 V / 40 Ah Akku bietet die Maschine Laufzeiten, die sich gut in typische Schichtpläne integrieren lassen. Unter definierten Bedingungen erreicht das Gerät im standardmäßigen Schrubb-Modus eine Betriebszeit von bis zu 4,5 Stunden. Für reine Staubbeseitigung auf Hartböden kann der ECO-Vakuum-Modus laut Herstellerangaben bis zu 19,5 Stunden und der Staubwisch-Modus (Dust Mop) sogar bis zu 28 Stunden abdecken. Diese Ausdauer ermöglicht es dem Facility-Management, eine autonome Bodenreinigungsmaschine für kontinuierliche Erhaltungsreinigung einzusetzen, während das Personal strategisch dort eingesetzt wird, wo menschliche Flexibilität zwingend erforderlich ist.
Flughäfen zeichnen sich durch sehr heterogene Raumprofile aus. Ein gewerblicher Reinigungsroboter muss in der Lage sein, sich physisch und funktionell an verschiedene Zonen anzupassen. Der CleaniBot S55 Pro nutzt hierfür das sogenannte InstantClean-System, das Kehren, Schrubben, Saugen und Wischen in einer Plattform vereint.
In Eingangshallen und an Gepäckbändern stehen Quadratmeterleistung und die Bewältigung unterschiedlicher Verschmutzungen im Vordergrund. Der Roboter bietet hier eine Reinigungsbreite der Hauptbürste von 550 mm und eine theoretische Flächenleistung von bis zu 1.197 m²/h im Schrubb-Modus (abhängig von der Raumaufteilung) (bzw. bis zu 1.368 m²/h in Saug- und Wischmodi).
Die Navigation in diesen weitläufigen Bereichen wird durch einen LiDAR-Sensor unterstützt, der laut Herstellerspezifikationen die Kartierung von Flächen bis zu 10.000 m² pro Reinigungszone/Sektor erlaubt. Das automatische Positionierungssystem passt die Routenplanung (üblicherweise in einem Zickzack-Muster) dynamisch an, was in Zonen mit wechselndem Passagieraufkommen und temporären Hindernissen wie Gepäckwagen essenziell ist.
In Gate- und Wartebereichen greifen strenge Vorgaben zur Geräuschentwicklung, um Fluggäste nicht zu stören und Lautsprecherdurchsagen nicht zu übertönen. Hier zeigt sich der Nutzen der anpassbaren Reinigungsmodi: Während intensives Schrubben etwa 55 dB erzeugt, kann der Roboter in Wartezonen auf den Staubwisch-Modus (Dust Mopping) umgestellt werden, der mit 45 dB arbeitet. Dieser Wert liegt oft unter dem durchschnittlichen Umgebungspegel eines Terminals. Dies ermöglicht eine unauffällige Reinigung auch während der Hauptbetriebszeiten.
Sicherheitskontrollen bestehen oft aus engen Korridoren und Leitsystemen. Mit kompakten Abmessungen von 650 × 580 × 550 mm und einer minimalen Durchfahrtsbreite von 700 mm kann der CleaniBot S55 Pro auch in diesen Engpässen operieren. Zusätzliche Linienlaser unterstützen die Kantenreinigung und erlauben dem Gerät laut Hersteller, bis auf 5 cm an Wände und Ecken heranzufahren. Ein Stereo-Kamerasystem zur Erkennung von Stufen (Cliff Detection) sichert den Betrieb in der Nähe von Treppenabgängen ab.
Wie Fallstudien des Airport Cooperative Research Program (ACRP) zeigen, erwarten Betreiber von automatisierten Reinigungslösungen heute detaillierte Nachweise über erbrachte Leistungen. Der CleaniBot S55 Pro verfügt über Wi-Fi- und 4G-Konnektivität zur Unterstützung von Cloud-basiertem Flottenmanagement, Leistungsberichten und Over-the-Air (OTA) Updates. Diese digitalen Metriken helfen Leitern des Flughafenbetriebs, Auditzyklen durch transparente Reports zu vereinfachen.
Wichtiger rechtlicher Hinweis für Betreiber: Da der Roboter in öffentlichen Flughafenbereichen operiert und zur Navigation und Hindernisvermeidung auf LiDAR und Stereokameras (15 Sensoren insgesamt) zurückgreift, müssen Facility-Manager die Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sicherstellen. LiDAR-Daten (Punktwolken) dienen der Navigation und werden lokal gespeichert, während Kamerabilder zur sofortigen Hinderniserkennung verarbeitet und unmittelbar gelöscht werden (kein Cloud-Upload der Bilddaten). Betriebsdaten (wie gereinigte Flächen) können an die Cloud übermittelt werden. Vor dem Einsatz muss der Flughafenbetreiber in den jeweiligen Reinigungszonen gut sichtbare Hinweisschilder zum Betrieb von Sensoren aufstellen, um Passagiere gemäß Art. 13 DSGVO transparent zu informieren. Bei der Nutzung der Cloud-Dienste ist der Abschluss eines Vertrags zur Auftragsverarbeitung (AVV) nach Art. 28 DSGVO mit dem Anbieter erforderlich.
Der wirtschaftliche Nutzen des Einsatzes von Robotik an Flughäfen liegt selten in der vollständigen Ersetzung menschlicher Arbeitskraft, sondern in der Effizienzsteigerung und Personalaufwertung. Durch die Übernahme der großflächigen Hartbodenreinigung durch den CleaniBot S55 Pro wird Personal für wertschöpfendere Aufgaben freigesetzt.
Ein weiterer Faktor zur Reduzierung der Betriebskosten ist das wartungsfreundliche Design der Maschine. Eine autonome Bodenreinigungsmaschine verursacht im Alltag nur dann keinen Mehraufwand, wenn die Rüstzeiten gering sind. Der Roboter verfügt über modulare, werkzeuglos wechselbare Reinigungswerkzeuge sowie einen entnehmbaren, auswaschbaren 15-Liter-Abwassertank. Der einfache Zugang zu den Leitungssystemen verringert die Standzeiten bei der täglichen Maschinenpflege.
Für Flughäfen mit variierenden Anforderungen an unterschiedlichen Terminals ist es zudem erwähnenswert, dass die OrionStar CleaniBot Serie verschiedene Modelle umfasst, die je nach spezifischem Raum- und Flächenbedarf skaliert werden können.
Die Navigation basiert auf einem Multisensorsystem (unter anderem LiDAR, Ultraschall und Stereokameras). Diese 360-Grad-Erfassung ermöglicht es dem Gerät, sich bewegende Personen oder plötzlich abgestelltes Gepäck in Echtzeit zu erkennen und sicher zu umfahren oder anzuhalten. Ein physischer Not-Aus-Schalter ist ebenfalls integriert.
Ja, der CleaniBot S55 Pro kann ohne physischen Werkzeugwechsel zwischen verschiedenen Zonen und Modi umschalten. Er kann beispielsweise harte Fliesen im Terminal schrubben und anschließend im Kehr- und Saugmodus (Sweep & Vacuum) über Niederflorteppiche in VIP-Lounges fahren, sofern die Zonen vorab entsprechend definiert wurden.
Der Roboter unterstützt eine automatische Rückkehr zur mitgelieferten Ladestation (Auto Recharge). Eine vollständige Akkuladung dauert laut Datenblatt weniger als 4 Stunden. Die Befüllung des 22-Liter-Frischwassertanks und die Entleerung des 15-Liter-Abwassertanks sowie des 1-Liter-Staubbehälters erfolgen im Rahmen der täglichen manuellen Wartung durch das Personal.