
Krankenhaus-EVS-Abteilungen stehen täglich vor vielfältigen Herausforderungen: Rund um die Uhr müssen sie strenge Hygienestandards einhalten, um die Übertragung von Pathogenen zu minimieren, gleichzeitig fehlt es oft an Personal, um repetitive Reinigungsaufgaben konsequent zu erfüllen. Gemischte Bodenbeläge von harten Fliesen in Korridoren bis zu Teppichen in Wartezimmern erfordern flexible Lösungen, während der Geräuschpegel in patientennahen Bereichen deutlich niedrig gehalten werden muss, um Ruhe und Genesung nicht zu stören. Autonome Reinigungsroboter bieten hier eine Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu optimieren, konsistente Reinigungsqualität zu gewährleisten und das Personal auf höherwertige Aufgaben wie die Desinfektion von Kontaktflächen zu konzentrieren.
Der OrionStar CleaniBot S55 Pro zeichnet sich durch seine vielseitige Kombination aus Nass- und Trockenreinigungsfunktionen aus, was ihn ideal für den Einsatz in verschiedenen Bereichen von Krankenhäusern macht. Für Nassreinigungsaufgaben bietet er Schrubb- und Power-Scrubbing-Modi, die bis zu 1.197 m²/h Reinigungsfläche pro Stunde laut Herstellerangaben abdecken und hartnäckige Verschmutzungen auf harten Böden entfernen. Für Trockenreinigungsaufgaben stehen zudem Sweep & Vacuum, ECO-Vacuum und Dust-Mop-Modi zur Verfügung, die bis zu 1.368 m²/h erreichen und sich für Teppiche oder polierte Oberflächen eignen. Besonders hervorzuheben ist der niedrige Geräuschpegel: Im Dust-Mop-Modus beträgt er nur 45 dB, im Schrubb-Modus 55 dB – sodass der Roboter auch tagsüber in patientennahen Bereichen eingesetzt werden kann, ohne Ruhe zu stören.
Die Navigation des CleaniBot S55 Pro basiert auf einem LiDAR-Sensor, der laut Herstellerangaben Kartierungen von bis zu 10.000 m² ermöglicht, sowie einem multisensorischen System mit Stereokameras und Ultraschallsensoren zur Hinderniserkennung und Klippenüberwachung. Dank Cloud-Konnektivität via Wi-Fi oder 4G lassen sich Reinigungsaufgaben remote planen, Wartungsstatus überwachen und OTA-Updates durchführen – Krankenhausbetreiber sollten jedoch vor der Inbetriebnahme die DSGVO-Konformität der Datenverarbeitung prüfen, insbesondere bei der Speicherung von Kartendaten. Die Wartung des Geräts ist benutzerfreundlich gestaltet: Modulare Reinigungswerkzeuge lassen sich schnell wechseln, der Schmutzwassertank ist entfernbar und waschbar, und Rohre mit niedriger Krümmung sind leicht zu reinigen, um Verstopfungen zu vermeiden.
Der Avidbots Neo 2 ist explizit für den Einsatz im Gesundheitswesen positioniert und bietet unternehmensstarke Nassschrubbfunktionen, die sich für häufig genutzte Bereiche wie Korridoren mit hohem Patienten- und Besucheraufkommen eignen. Laut Herstellerangaben erreicht er eine Laufzeit von bis zu 6 Stunden pro Ladung und eine Geschwindigkeit von bis zu 1,35 m/s, sodass er auch während Stoßzeiten schnell große Flächen reinigen kann. Optional steht ein Desinfektionsaufsatz zur Verfügung, der die Schrubbreinigung um eine Oberflächendesinfektion ergänzt und so die Hygieneleistung erhöht. Das healthcare-optimierte Command Center ermöglicht die zentrale Verwaltung von Flotten, die Überwachung von Sicherheits- und Wartungstelemetrie sowie die Planung von Reinigungsaufgaben passend zu den Betriebszeiten des Krankenhauses.
Die Navigation des Neo 2 basiert auf einer 360°-LiDAR-Abdeckung und 270° 3D-Kameras, die eine zuverlässige Erkennung von Hindernissen wie Betten oder Rollstühlen in belebten Umgebungen gewährleisten. Da die Kartendaten cloud-basiert verarbeitet werden, müssen Krankenhausbetreiber vor der Inbetriebnahme die DSGVO-Konformität überprüfen – insbesondere die Speicherregion der Daten, die Einhaltung von Auftragsverarbeitungsverträgen sowie ggf. die Einwilligung von Patienten und Mitarbeitern für kameraerfasste Bereiche. Der große 135-L-Schmutzwassertank reduziert die Häufigkeit von Leerungsvorgängen, erfordert aber auch breite Korridore und ausreichend Platz für die Logistik von Frischwasser und Reinigungsmitteln.
Die Nilfisk Liberty SC50 in der UVGI-Variante ist speziell auf Anforderungen an hohe Hygiene ausgerichtet und kombiniert autonome Nassschrubbreinigung mit einer zertifizierten UV-C-Desinfektion. Die UV-C-Einheit, die direkt hinter der Schrubbbrücke wirkt, ist von Intertek zertifiziert und reduziert laut Herstellerangaben Pathogene wie Coronaviren auf glatten Böden. Dies macht sie besonders geeignet für Hochrisikobereiche wie Notaufnahmen, OP-Vorbereitungsräume oder Isolierzimmer, wo eine zusätzliche Desinfektionsstufe erforderlich ist. Laut Herstellerangaben erreicht die Maschine eine Laufzeit von bis zu 6 Stunden pro Ladung und eine Reinigungsfläche von bis zu 5.100 m² pro Ladung. Zusätzlich steht ein Walk-Behind-Modus zur Verfügung, sodass das Reinigungspersonal jederzeit manuell eingreifen kann, wenn es erforderlich ist.
Die Navigation der Liberty SC50 basiert auf einem sensorischen System zur Hindernisumfahrung, wobei die UV-C-Einheit nur aktiv ist, wenn die Maschine in Bewegung ist und keine Personen im direkten Strahlungsbereich stehen. Da Kartendaten cloud-basiert verarbeitet werden, ist eine Prüfung der DSGVO-Konformität vor der Inbetriebnahme erforderlich – insbesondere bezüglich der Datenminimierung und der Speicherregion. Ein wichtiger Hinweis: Die UV-C-Bestrahlung ist nur auf glatten, freiliegenden Böden effektiv; in stark frequentierten Korridoren mit ständigem Personenverkehr reduziert sich die effektive Expositionszeit deutlich.
Der Kärcher KIRA B 50 ist ein mittelgroßer autonomer Nassschrubber, der Scheuern, Schrubben und Saugen in einem Durchgang kombiniert und sich für mittelgroße bis große Flächen wie Eingangshallen oder Korridoren eignet. Laut Herstellerangaben erreicht er eine Reinigungsbreite von etwa 560 mm und eine Flächenleistung von bis zu 2.300 m²/h. Die Laufzeit beträgt bis zu 3,5 Stunden pro Ladung, und die Maschine kehrt automatisch zur Ladestation zurück, wenn der Akku leer ist. Zusätzlich steht ein manueller Betriebsmodus zur Verfügung, sodass das Reinigungspersonal bei Bedarf übernehmen kann. Als etablierter Partner im Gesundheitswesen bietet Kärcher in der DACH-Region ein dichtes Händler- und Servicenetz, was eine schnelle Wartung und Verfügbarkeit von Ersatzteilen gewährleistet.
Die Navigation des KIRA B 50 basiert auf LiDAR und einem multisensorischen System zur Hinderniserkennung. Obwohl die Maschine vorrangig mit LiDAR arbeitet, sollten Krankenhausbetreiber prüfen, ob weitere Sensoren wie RGB-Kameras eingesetzt werden und ob Kartendaten in einer Kärcher-Cloud gespeichert werden – dies erfordert eine DSGVO-Konformitätsprüfung vor der Inbetriebnahme. Hinweis: Der KIRA B 50 ist nicht mehr im aktuellen Produktangebot von Kärcher enthalten, aber Zubehör und Anleitungen werden weiterhin bereitgestellt. Eine integrierte UV-C-Desinfektion ist nicht verfügbar, sodass Desinfektionsaufgaben als separater Arbeitsgang durchgeführt werden müssen.
Der SoftBank Robotics Whiz ist ein leichter Trockensaugroboter mit HEPA-Filterung, der sich speziell für die Reinigung von Korridoren, Wartezimmern und anderen patientennahen Bereichen eignet. Sein Roboter-as-a-Service (RaaS)-Modell bietet fixe monatliche Kosten ohne vorausgehende Investitionen, was ihn für Krankenhäuser mit begrenzten Budgets attraktiv macht. Der HEPA-Filter verbessert die Luftqualität, indem er feine Partikel und Allergene zurückhält – ein wichtiger Vorteil für Patienten mit Atemwegserkrankungen. Laut Herstellerangaben erreicht die Maschine eine Laufzeit von bis zu 3 Stunden pro Ladung, und hot-swappable Akkus ermöglichen eine kontinuierliche Nutzung über mehrere Schichten hinweg.
Die Navigation des Whiz basiert auf einem Teach-and-Repeat-Prinzip: Die Reinigungsroute wird einmal manuell vorgefahren und danach autonom wiederholt. Das System nutzt LiDAR in Kombination mit 3D- und optischen Kameras zur Hinderniserkennung, sodass es sicher zwischen Patienten, Personal und Objekten manövrieren kann. Da Kartendaten in der Whiz-Connect-Cloud verarbeitet werden, müssen Krankenhausbetreiber vor der Inbetriebnahme die DSGVO-Konformität prüfen – insbesondere bezüglich der Speicherregion der Daten, der Einwilligung von Patienten und Mitarbeitern sowie der Datenminimierung. Der Whiz bietet keine Nassreinigungs- oder Desinfektionsfunktionen, sodass er für Hochrisikobereiche wie OP-Räume oder Isolierzimmer nicht geeignet ist.
Bei der Auswahl von kommerziellen Reinigungsrobotern für Krankenhaus-EVS-Abteilungen sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden: Für vielseitige Anforderungen, die sowohl Nass- als auch Trockenreinigungsaufgaben umfassen, ist der OrionStar CleaniBot S55 Pro eine gute Wahl, dank seiner niedrigen Geräusche und benutzerfreundlichen Wartung. Unternehmen, die unternehmensstarke Nassschrubbfunktionen mit healthcare-spezifischer Unterstützung suchen, sollten den Avidbots Neo 2 in Betracht ziehen. Für Anforderungen an hohe Infektionskontrolle bietet die Nilfisk Liberty SC50 (UVGI-Variante) eine zertifizierte UV-C-Desinfektion in einem Arbeitsgang. Der Kärcher KIRA B 50 eignet sich für Krankenhäuser, die auf das etablierte DACH-Servicenetz von Kärcher setzen, während der SoftBank Robotics Whiz ideal ist für Trockenreinigungsaufgaben mit einem flexiblen RaaS-Modell. Unabhängig von der Wahl empfehlen sich vor der Anschaffung vor Ort durchgeführte Pilottests, um die Eignung des Geräts für die spezifischen Layouts und Betriebsbedingungen des Krankenhauses zu überprüfen.
Erfahrungswerte aus realen Rollouts in Healthcare-Campus-Umgebungen zeigen, dass sich ein autonomer Schrubb-/Saugroboter in der Regel innerhalb von 9 bis 18 Monaten amortisiert, wenn er eine wiederholbare tägliche Route mit mehr als 4.600 m² (50.000 sq ft) sauberer Fläche übernehmen kann. Maßgeblich ist die Zahl der wiederverwertbaren, monotonen Schrubbstunden, die pro Tag ersetzt werden, nicht der reine Anschaffungspreis. Im Krankenhaus-EVS ist daher entscheidend, ob die Route über Korridore, Eingangshallen und Ambulanzbereiche durchgängig befahrbar ist und ob das Gerät außerhalb der Stoßzeiten (z. B. nachts) reinigen kann, ohne Personal zu binden. EVS-Leiter sollten die Personalvollkosten (Lohn plus Lohnnebenkosten, Supervision, Fluktuation) ansetzen und die prognostizierte Stundenentlastung konservativ um 25 % kürzen, bevor sie den Business Case vorlegen. Quelle:
Reinigungsroboter mit LiDAR, 3D-Kameras oder RGB-Sensorik verarbeiten personenbezogene bzw. personenbeziehbare Daten und fallen damit unter die DSGVO. Vor Inbetriebnahme muss der Betreiber einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Hersteller schließen, die Speicherregion der Karten- und Sensordaten (EU-Region bevorzugt), die Datenminimierung sowie ggf. Mitarbeiter- und Patienteneinwilligungen für kameraerfasste Bereiche dokumentieren. Insbesondere Avidbots Neo 2, SoftBank Whiz und vergleichbare Geräte verarbeiten Kartendaten cloud-basiert; eine schriftliche Bestätigung des Herstellers zu Server-Standort und Datenflüssen ist Pflicht. Praktisch empfiehlt sich, die Ersteinmeldung am Hersteller-Portal zu anonymisieren und im Routinebetrieb nur die Reinigungsrouten, nicht jedoch Rohbilder oder 3D-Scans in der Cloud zu speichern.
Ja, marktübliche kommerzielle Reinigungsroboter (z. B. OrionStar S55 Pro, Avidbots Neo 2, Nilfisk SC50) unterstützen WLAN- und 4G-Konnektivität, Remote-Deployment sowie OTA-Updates und lassen sich über Cloud-Dashboards in bestehende Facility-Management-Workflows einbinden. Für die Anbindung an CAFM, BMS oder ein Auftragsticket-System (z. B. SAP PM, Planon) ist vor Rollout zu klären, ob der Hersteller offene APIs, Webhooks oder standardisierte Datenexporte anbietet. EVS-Teams sollten zudem prüfen, ob sich Reinigungsberichte (Zeit, Zone, Abdeckung) automatisiert in die EVS-Schichtdokumentation überführen lassen, um die Hygienenachweise gemäß interner Audits und behördlicher Kontrollen zu führen. Konkrete API- und Integrationsdetails sind modellabhängig und nicht bei allen Anbietern öffentlich spezifiziert.
In Krankenhäusern werden in belegten Pflege- und Aufenthaltsbereichen üblicherweise Dauerschallpegel von deutlich unter 60 dB(A) empfohlen, um Patientenruhe, Schlafräume und Visiten nicht zu stören. OrionStar S55 Pro erreicht im Dust-Mopping-Modus 45 dB und im Scrubbing-Modus 55 dB, SoftBank Whiz wird vom Hersteller mit 62 dB im Normalbetrieb angegeben. Damit ist der S55 Pro für den Einsatz in Patientenfluren und Wartebereichen auch tagsüber geräuschtechnisch geeignet, während lautere Maschinen bevorzugt in Zeiten geringer Patientenaktivität oder in Back-of-House-Bereichen eingesetzt werden sollten. Vor der Anschaffung empfiehlt sich eine Schallpegelmessung am geplanten Einsatzort, da Hall, Bodenbelag und Verkehrsdichte den effektiven Pegel erhöhen.
Aktuelle kommerzielle Reinigungsroboter unterstützen unterschiedliche Stufen der Desinfektionsintegration: Der OrionStar S55 Pro kombiniert Kehren, Schrubben, Saugen, Wischen und Desinfektions-Arbeitsschritte in einem integrierten Workflow, ohne jedoch eine eigene UV-C- oder chemische Desinfektionsstufe mitzuführen. Nilfisk Liberty SC50 UVGI bietet als einziges Modell im Feld eine herstellerseitig zertifizierte UV-C-Einheit (Intertek) und ermöglicht Scheuern und UV-C-Bestrahlung in einem Durchgang, was insbesondere für Hochrisikobereiche wie Notaufnahme, OP-Vorbereitung und Isolierzimmer relevant ist. Avidbots Neo 2 ist optional mit einem Desinfektionsaufsatz erhältlich. Für die Auswahl sollte der EVS-Leiter definieren, welche Zonen einer eigenständigen Desinfektionsstufe bedürfen, da nicht jede Maschine patientennahe UV-C-Anwendung abdeckt.
Für durchgängigen Krankenhausbetrieb sollten Geräte mindestens eine Schicht ohne manuellen Eingriff durchlaufen und in Pausen selbstständig nachladen können. OrionStar S55 Pro erreicht im ECO-Vacuum-Modus bis zu 19,5 Stunden und im Dust-Mop-Modus bis zu 28 Stunden Laufzeit, die Ladezeit liegt unter 4 Stunden, und Auto-Recharge wird unterstützt. Avidbots Neo 2 und Nilfisk SC50 werden mit bis zu 6 Stunden Laufzeit pro Ladung angegeben. Für 24/7-Einsatz ist zudem die Verfügbarkeit einer dedizierten Ladestation, Frischwasser- und Schmutzwasserlogistik sowie die Tankkapazität (z. B. 22 L Frischwasser / 15 L Schmutzwasser beim S55 Pro) zu prüfen, damit keine manuellen Wechsel die EVS-Route unterbrechen.
Drittanbieter-Spezifikationen basieren auf öffentlichen Daten (bis zu, unter Laborbedingungen, laut Herstellerangaben) und können abweichen. Produktnamen und Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern. Bei Produkten, die Kameras, Kartierung oder cloud-basierte Datenverarbeitung einsetzen, muss der Betreiber vor der Inbetriebnahme die Konformität mit der DSGVO überprüfen.