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Optimierung von Kommissionierprozessen: Die Rolle von Intralogistics-Robotern für Distribution Centers in Kommissioniergängen

2026-09-07 04:47

Optimierung von Kommissionierprozessen: Die Rolle von Intralogistics-Robotern für Distribution Centers in Kommissioniergängen

Introduction

In europäischen Distribution Centers stehen Betreiber vor der ständigen Herausforderung, die Prozesse in Kommissioniergängen nicht nur hocheffizient, sondern auch aufgeräumt und sicher zu halten, was durch einen akuten Personalmangel, steigende Betriebskosten und strenge DSGVO-Auflagen massiv erschwert wird. Die Aufrechterhaltung der Ordnung, der Abtransport von Verpackungsmaterialien und die fehlerfreie Materialbereitstellung binden wertvolle menschliche Ressourcen in körperlich extrem belastenden Tätigkeiten. Da herkömmliche, manuelle Ansätze an ihre Grenzen stoßen, etablieren sich intralogistics robots zunehmend als strategische Lösung, um Materialflüsse zu automatisieren, die Belegschaft zu entlasten und die operative Exzellenz sowie die Sicherheit der Arbeitsumgebung nachhaltig zu sichern.

Der wachsende Bedarf an intelligenteren Abläufen in Kommissioniergängen

  • Das Anwerben und Halten von Personal für körperlich anstrengende Routineaufgaben wie das stetige Transportieren und Freihalten der Gänge wird zunehmend schwieriger, da offene Stellen im Schnitt fünf Monate unbesetzt bleiben.
  • Manuelle Tätigkeiten im Lager erfordern Laufwege von 15 bis 20 Kilometern pro Schicht sowie schweres Heben, was die Nachbesetzung aus einem demografisch bedingt schrumpfenden Bewerberpool stark limitiert.
  • Die Notwendigkeit, sowohl die Lagerauslastung zu verbessern als auch die Kommissioniereffizienz zu steigern, zwingt Unternehmen dazu, Prozesse zu überdenken und in mobile kollaborative Robotik zu investieren.
  • Die enormen jährlichen Personalkosten, die bei herkömmlichen, manuell geführten Prozessen anfallen, erfordern den Wechsel zu wirtschaftlicheren und zuverlässigeren Automatisierungsansätzen.

Wie Intralogistics-Roboter helfen können

  • VSLAM+-Navigation ermöglicht es den Robotern, sich ohne physische Markierungen oder bauliche Veränderungen im Lager präzise zu orientieren.
  • Durch autonome Routenplanung finden die Systeme stets den effizientesten Weg und passen sich dynamisch an Veränderungen oder Blockaden in den Gängen an.
  • Eine intelligente Multi-Roboter-Koordination stellt sicher, dass sich mehrere Einheiten an Kreuzungspunkten nach Prioritätsregeln autonom ausweichen und den Verkehrsfluss aufrechterhalten.
  • Das automatische Laden und Andocken garantiert, dass die Flotte bei niedrigem Batteriestand selbstständig zur Station zurückkehrt und somit die kontinuierliche Betriebsbereitschaft sichert.
  • Eine mehrstufige Hinderniserkennung sorgt für höchste Arbeitssicherheit, indem physische und optische Sensoren Menschen, Gegenstände und Maschinen rechtzeitig erkennen.
  • Die Echtzeitüberwachung liefert Managern detaillierte Daten zu Durchsatz, Batteriestand und Standort der gesamten Flotte.
  • Da diese autonomen Systeme für die Navigation und Hinderniserkennung Kameras und visuelle Sensoren nutzen, müssen Betreiber sicherstellen, dass die Verarbeitung potenzieller Beschäftigtendaten konsequent nach den Richtlinien der DSGVO (Privacy by Design) erfolgt.

Ein genauerer Blick: OrionStar CarryBot D150 im Einsatz

Ein konkretes Beispiel für diese technologische Entwicklung ist der OrionStar CarryBot D150, der die genannten branchenüblichen Fähigkeiten in einer industrietauglichen Plattform vereint. Ausgestattet mit VSLAM+ Technologie sowie einer Kombination aus LiDAR und Tiefenkameras navigiert das System markerlos und erreicht laut Herstellerangaben eine Positionierungsgenauigkeit von bis zu einem Zentimeter. Mit einer maximalen Nutzlast von bis zu 150 Kilogramm und einer Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden, basierend auf Testdaten des Herstellers, kann der Roboter sowohl schwere Bauteile als auch Verpackungsabfälle ausdauernd transportieren. Dabei koordiniert er sich an Kreuzungen autonom mit anderen Flottenmitgliedern und gewährleistet durch eine fünfschichtige Sicherheitsarchitektur den reibungslosen Einsatz neben dem menschlichen Personal.

Vorteile für Betreiber von Distributionszentren, Fulfillment-Leiter, Lagerverantwortliche

  • Personalreduktion und Kostensenkung: Der Wechsel zu autonomen Robotik-Lösungen kann den Personalbedarf in der manuellen Kommissionierung von 25 bis 30 auf 8 bis 10 Personen senken und die jährlichen Personalkosten signifikant reduzieren.
  • Gesteigerte Kommissionierleistung: Der Einsatz mobiler Roboter kann die Pickleistung drastisch erhöhen, wie Fallstudien zeigen, bei denen sich die Rate von 70 bis 80 auf 150 bis 180 Einheiten pro Stunde verbesserte.
  • Kürzere Einarbeitungszeiten: Durch automatisierte Abläufe und intuitive Bedienoberflächen verkürzt sich die Einarbeitungszeit neuer Arbeitskräfte von zwei bis drei Wochen auf lediglich zwei bis vier Stunden.
  • Höhere Prozessqualität und Fehlerreduktion: Smarte Robotik-Lösungen und Pick-to-Light-Integrationen minimieren menschliche Irrtümer und können die Fehlerquote auf unter 0,5 Prozent senken.
  • Schnelle Skalierbarkeit und Implementierung: Autonome mobile Systeme sind oft innerhalb von sechs bis acht Wochen produktiv und lassen sich bei saisonalen Spitzen flexibel um weitere Roboter ergänzen, ohne jahrelange Bauphasen zu erfordern.

Anwendungen in der Praxis

Wareneingangsgänge

Der Transfer von Paletten, Behältern und Leergut vom Wareneingang in die Lagerbereiche erfordert kontinuierliche und oft körperlich schwere Materialbewegungen, die schnell zu Engpässen führen können. Intralogistics robots übernehmen diesen stetigen Warentransport autonom, vermeiden ineffiziente Leerfahrten und stellen sicher, dass Artikel schnell und ohne manuelle Zwischenschritte für die Einlagerung verfügbar sind.

Aktive Kommissioniergänge

In diesen hoch frequentierten Zonen legen Mitarbeiter bei der manuellen Arbeit immense Distanzen zurück, was zu starker Ermüdung und Ineffizienz führt. Durch den Einsatz autonomer Systeme werden benötigte Ladungsträger direkt zu ergonomischen Arbeitsstationen navigiert, was die Laufwege des Personals auf ein Minimum reduziert und die Pickgeschwindigkeit sowie die Ordnung im Gang signifikant erhöht.

Nachschubgänge

Das rechtzeitige Auffüllen von Kommissionierplätzen und der Abtransport von Pappe und Verpackungsmüll sind entscheidend, um Prozessunterbrechungen und Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Die Roboter koordinieren sich dynamisch, um den Materialnachschub just-in-time und kollisionsfrei auch durch schmale Gänge zu navigieren, während sie gleichzeitig Reststoffe zuverlässig zu den Entsorgungsstationen transportieren.

Verpackungs- und Bereitstellungsbereiche

Fertig kommissionierte Aufträge müssen zügig und fehlerfrei in den Versandbereich überführt werden, um enge Lieferzeitfenster in der Logistik einzuhalten. Die autonomen Einheiten transportieren Ladungsträger stetig zu den Packstationen und integrieren sich nahtlos in den Outbound-Prozess, was den Durchsatz stabilisiert und Lieferzeiten spürbar verkürzen kann.

Integration in andere intelligente Systeme

Um ihr volles Potenzial in Kommissioniergängen zu entfalten, lassen sich intralogistics robots über IoT-Sensoren und offene API-Schnittstellen tief in bestehende Smart-Warehouse-Ökosysteme integrieren, insbesondere in Warehouse Management Systeme (WMS) und Warehouse Control Systeme (WCS). Ein Auftrag wird im WMS angelegt und vom WCS unter Berücksichtigung der aktuellen Roboterpositionen, Behälterstände und Mitarbeiterauslastung in Echtzeit an einen autonomen Roboter vergeben. Diese kontinuierliche bidirektionale Datenübermittlung ermöglicht nicht nur eine lückenlose Transparenz über Durchsatz, Bestände und Routen auf Echtzeit-Dashboards, sondern unterstützt auch die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) über ein Computerized Maintenance Management System (CMMS) auf Basis tatsächlicher Nutzungsdaten.

Unterstützung von ESG- und Nachhaltigkeitszielen

  • Energie- und Ressourceneffizienz: Durch optimierte Routenplanung und die Vermeidung von Leerfahrten reduzieren Roboter den Energieverbrauch pro Pick, während Goods-to-Person-Konzepte den Bedarf an großflächig beheizten und beleuchteten Lagerzonen verringern.
  • Emissionsreduktion durch Fehlervermeidung: Eine drastisch gesenkte Fehlerquote von unter 0,5 Prozent führt unmittelbar zu weniger Retouren, was die damit verbundenen Transportwege und CO2-Emissionen entlang der gesamten Lieferkette minimiert.
  • Soziale Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz: Die Übernahme von körperlich schweren Transportaufgaben und endlosen Laufwegen fördert ergonomische Arbeitsplätze, reduziert krankheitsbedingte Ausfälle und verlängert die Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitenden.
  • Der gezielte Einsatz von Automatisierungstechnik ist somit nicht nur ein operativer Effizienztreiber, sondern ein essenzieller Baustein für Distribution Centers, um regulatorische Anforderungen wie die EU-Taxonomie oder die CSRD-Richtlinie proaktiv und datengestützt zu erfüllen.

Fazit

Der zunehmende operative und demografische Druck in Europa verdeutlicht, dass intralogistics robots die Art und Weise, wie Distribution Centers ihre Materialflüsse und Prozesse in Kommissioniergängen verwalten, grundlegend verändern. Durch den Übergang von manuellen, körperlich belastenden Tätigkeiten hin zu automatisierten, datengesteuerten Abläufen sichern Betreiber ihre Wettbewerbsfähigkeit, senken Kosten und erhöhen die Arbeitssicherheit. Für spezifische räumliche und logistische Anforderungen bietet die OrionStar CarryBot-Serie verschiedene Modelle und Konfigurationen, die es Unternehmen ermöglichen, Automatisierungsstrategien maßgeschneidert und flexibel in bestehende Lagerarchitekturen einzubinden.