
Introduction
Empfangsbereiche in Lagergebäuden stehen heute vor großen Herausforderungen: Der anhaltende Fachkräftemangel führt zu Engpässen bei der Verarbeitung von angelieferten Gütern, Verzögerungen im Entladeprozess verursachen teure Standgelder für Lieferfahrzeuge, saisonale Spitzen lassen die Personalplanung zu einer großen Herausforderung werden und steigende Anforderungen an den Datenschutz erfordern konforme, nachvollziehbare Abläufe. Vor diesem Hintergrund etablieren sich Lagerroboter als praxisnahe Lösung, um den Materialfluss im Wareneingang zu stabilisieren und die Belastung des Personals deutlich zu senken.
Der wachsende Bedarf an intelligenterer Materialhandhabung in Empfangsbereichen
- Viele Lagerleiter sehen sich mit einem akuten Fachkräftemangel konfrontiert: Laut Branchenprognosen, unter anderem der Bundesvereinigung Logistik (BVL), werden bis 2027 allein in Deutschland rund 728.000 Fachkräfte in der Lagerlogistik fehlen, während weltweit mehr als 70 % der Lagerbetreiber keine ausreichende Anzahl an Arbeitskräften rekrutieren können.
- Lagermeister haben mit steigenden Lohnkosten bei gleichzeitig stagnierender Arbeitsproduktivität zu kämpfen, was die Kosten pro transportierter Einheit kontinuierlich ansteigen lässt.
- Empfangsverantwortliche leiden unter häufigen Engpässen im Wareneingang, da bis zu 40 % der Arbeitszeit in manuellen Lagern auf Laufwege und die Suche nach Gütern entfallen, die nachgelagerte Prozesse deutlich verzögern.
- Bestandskoordinatoren müssen neben der operativen Belastung durch Schichtbetrieb und körperlich anstrengende Tätigkeiten auch saisonale Spitzen und steigende Anforderungen an pünktliche Lieferquoten bewältigen, ohne zusätzliches Personal kurzfristig einstellen zu können.
Wie Lagerroboter helfen können
- VSLAM+-Navigation ermöglicht eine markierungsfreie Kartierung der gesamten Anlage ohne aufwändige bauliche Veränderungen.
- Autonome Pfadplanung sorgt dafür, dass die Geräte selbst bei veränderten Lagerlayouts ihre Routen automatisch anpassen und effizient zum Ziel gelangen.
- Multi-Roboter-Kooperation erlaubt den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Einheiten in einem gemeinsamen Arbeitsbereich ohne manuelle Steuerung.
- Automatisches Aufladen und Andocken unterstützt unter regulären Betriebsbedingungen einen nahezu unterbrechungsfreien Betrieb, sodass manuelle Eingriffe zum Wechseln oder Anschließen von Akkus weitgehend entfallen.
- 5-Schichten-Hinderniserkennung kombiniert unterschiedliche Sensortechnologien, um sowohl statische als auch dynamische Hindernisse zu erkennen und Kollisionen zu vermeiden.
- Echtzeit-Überwachung des gesamten Roboterparks ermöglicht bei stabiler Netzwerkanbindung eine lückenlose Nachverfolgung aller Transportvorgänge; bei Einsatz von kamerabasierten Sensoren zur Personenerkennung oder Verarbeitung von Betriebsdaten müssen Betreiber die Einhaltung der DSGVO sicherstellen.
Genauer betrachtet: OrionStar CarryBot D150 im Einsatz
Der OrionStar CarryBot D150 verkörpert die oben genannten allgemeinen Fähigkeiten von Lagerrobotern in praxisnaher Ausführung: Er nutzt die VSLAM+-Navigation zur markierungsfreien Kartierung und erreicht nach Herstellerangaben eine Positionierungsgenauigkeit von bis zu 1 cm, die auch in beengten Bereichen eine präzise Platzierung von Gütern erlaubt. Mit einer 5-Schichten-Sicherheitsarchitektur aus LiDAR, Tiefenkameras, Kollisionssensoren, Not-Stopp-Tasten und visuellen Wahrnehmungseinheiten erkennt er Hindernisse zuverlässig, während die Multi-Roboter-Kooperation über die integrierte Steuerung dafür sorgt, dass sich auch größere Flotten an Kreuzungen automatisch ausweichen. Die autonome Rückkehr zur Ladestation sichert zudem eine Betriebsdauer von bis zu 12 Stunden bei 100 kg Nennlast, ohne dass Personal für die Ladeorganisation eingesetzt werden muss.
Vorteile für Lagerleiter, Lagermeister, Empfangsverantwortliche, Bestandskoordinatoren
- Deutliche Reduzierung des Fachkräftedrucks: Automatisierte Transportaufgaben übernehmen repetitive, körperlich anstrengende Tätigkeiten, sodass vorhandene Mitarbeiter für anspruchsvollere Aufgaben im Empfangsbereich eingesetzt werden können.
- Senkung der operativen Kosten: Laut Branchenauswertungen erreichen Unternehmen mit eingeführten Lagerrobotersystemen eine Reduktion der Fulfillment-Kosten um 25 % bis 50 %, da Lohnkosten für einfache Transporttätigkeiten langfristig entfallen.
- Stabile Durchsatzleistung auch in Spitzenzeiten: Durch skalierbare Flottenmodelle wie Robot-as-a-Service lassen sich in saisonalen Spitzen kurzfristig zusätzliche Einheiten hinzufügen, sodass Engpässe im Wareneingang vermieden und die pünktliche Lieferquote in bereits automatisierten Standorten wieder auf über 90 % angehoben werden kann.
- Verringerung von Fehlern und Warenbeschädigungen: Automatisierte Abläufe senken die Anzahl an Fehlkommissionierungen um bis zu 70 %, sodass Nacharbeiten und durch beschädigte Güter entstehende Kosten deutlich reduziert werden.
- Effizienzsteigerung bei gleichbleibender Personalzahl: Praxiserfahrungen aus mittelständischen Handelslagern zeigen, dass durch den Einsatz von Lagerrobotern die Produktivität im Empfangsbereich um bis zu 30 % gesteigert werden kann und die Taktzeit pro Transportvorgang um 20 Sekunden sinkt.
- Transparente, datengestützte Bestandskontrolle: Alle Transportvorgänge werden in Echtzeit erfasst, sodass Bestandskoordinatoren jederzeit den aktuellen Stand von angelieferten Gütern einsehen und Verzögerungen bei nachgelagerten Prozessen frühzeitig erkennen können.
Reale Anwendungsbereiche
Entladerampen
An Entladerampen fallen besonders viele körperlich anstrengende Transporttätigkeiten an, bei denen Güter aus Lieferfahrzeugen entnommen und in den Empfangsbereich verbracht werden müssen. Lagerroboter übernehmen den Transport von der Rampe zur nächsten Station, sodass Mitarbeiter nicht mehr schwere Lasten über lange Strecken tragen müssen und die Verweilzeit von Lieferfahrzeugen an der Rampe deutlich sinkt, was teure Standgelder vermeidet.
Bereitstellungszonen
In Bereitstellungszonen werden angelieferte Güter nach dem Entladen zunächst gruppiert und für die weitere Prüfung oder Einlagerung vorbereitet. Die Roboter transportieren die Güter automatisch zu den vorgesehenen Stellplätzen und passen ihre Routen auch dann an, wenn sich die Belegung der Zonen kurzfristig ändert, sodass keine Staus entstehen.
Inspektionsbereiche
In Inspektionsbereichen müssen angelieferte Güter auf Vollständigkeit und Unversehrtheit geprüft werden, bevor sie ins Lager eingelagert werden. Die Roboter liefern die zu prüfenden Güter direkt an die Inspektionsplätze und transportieren sie nach Abschluss der Prüfung automatisch weiter zum nächsten Bestimmungsort, sodass die Prüfkräfte sich voll auf die Qualitätskontrolle konzentrieren können.
Dock-to-Stock-Korridore
Dock-to-Stock-Korridore sind oft beengte, stark frequentierte Bereiche, in denen ein hohes Kollisionsrisiko zwischen fahrerischen Geräten, Mitarbeitern und Gütern besteht. Die Lagerroboter benötigen unter Standard-Testbedingungen auf ebenem Boden eine Mindestdurchgangsbreite von nur 65 cm und können in solchen Korridoren sicher an anderen Verkehrsteilnehmern vorbeimanövrieren, was den Materialfluss in den Engstellen deutlich stabilisiert.
Integration mit anderen intelligenten Systemen
Moderne Lagerroboter lassen sich über offene Schnittstellen wie VDA 5050 nahtlos in die vorhandene IT-Landschaft des Empfangsbereichs einbinden: Sie kommunizieren bidirektional mit dem übergeordneten ERP-System, dem operativen Warehouse Management System (WMS) sowie ggf. dem Yard Management System (YMS) und Warehouse Control System (WCS), sodass alle Transportaufgaben automatisch aus den bestehenden Auftragsdaten generiert werden. Die Middleware des Flottenmanagers übersetzt die Befehle des WMS in optimierte Routen für die einzelnen Roboter, vermeidet Dateninseln und sorgt für einen transparenten Echtzeit-Datenfluss über alle Ebenen der Lagersteuerung hinweg. Viele Hersteller bieten vorab gebaute Konnektoren für gängige Systeme an, sodass aufwändige individuelle Programmierarbeiten auf ein Minimum reduziert werden können.
Unterstützung der ESG- und Nachhaltigkeitsziele
- Moderne Lagerroboter mit energiesparenden Antrieben und intelligenter Ladeverwaltung senken den Energieverbrauch im Materialtransport deutlich, sodass der CO₂-Fußabdruck im Empfangsbereich nachhaltig reduziert wird.
- Die Automatisierung von schweren, repetitiven Transporttätigkeiten schützt Mitarbeiter vor physischen Belastungen und Unfällen, was die Arbeitssicherheit deutlich erhöht und die Einhaltung von geltenden Arbeitsschutzvorgaben unterstützt.
- Die geringere Beschädigungsrate von Gütern und Verpackungen durch automatisierte Abläufe reduziert Abfallmengen, während Predictive-Maintenance-Funktionen den Verschleiß der Geräte frühzeitig erkennen und die Lebensdauer der Anlagen verlängern.
Zusammengefasst trägt der Einsatz von Lagerrobotern dazu bei, ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeitsziele im Lagergebäude gleichermaßen zu erreichen und die Anforderungen an eine zukunftsfähige Intralogistik zu erfüllen.
Schluss
Lagerroboter verändern nachhaltig die Art und Weise, wie Lagergebäuden ihre Empfangsbereiche betreiben: Sie lösen langjährige Herausforderungen wie den Fachkräftemangel, saisonale Engpässe und stagnierende Produktivität, ohne dass aufwändige bauliche Veränderungen in der Anlage erforderlich sind. Die OrionStar CarryBot-Serie umfasst unterschiedliche Modelle mit variierenden Traglasten und Konfigurationen, die sich an die spezifischen Anforderungen verschiedener Empfangsbereiche anpassen und für unterschiedliche Betriebsgrößen und Szenarien passende Lösungen bieten.