KONTAKT
Ressourcen > Blogs > Praxisleitfaden Für Automatisierte Materialflüsse: Intralogistik-Roboter (Industrielle AMR) Im Fertigwarenlager Der FMCG-Herstellung

Praxisleitfaden Für Automatisierte Materialflüsse: Intralogistik-Roboter (Industrielle AMR) Im Fertigwarenlager Der FMCG-Herstellung

2026-10-20 12:22

Praxisleitfaden Für Automatisierte Materialflüsse: Intralogistik-Roboter (Industrielle AMR) Im Fertigwarenlager Der FMCG-Herstellung

Einleitung

In der FMCG-Herstellung stehen Betreiber von Fertigwarenlagern aktuell vor der Herausforderung, steigende Warenaufkommen bei gleichzeitiger Fachkräfteknappheit, steigenden Betriebskosten und strengen regulatorischen Compliance-Anforderungen effizient zu bewältigen, wobei manuelle Transportabläufe und konventionelle Flurförderzeuge oft keine ausreichende Skalierbarkeit mehr bieten, um den wachsenden Anforderungen an Schnelligkeit und Sicherheit zu entsprechen – Intralogistik-Roboter als flexible Automatisierungslösung schaffen hier Abhilfe, ohne dass umfassende bauliche Umbauten im Bestand notwendig sind.

Der wachsende Bedarf im Fertigwarenlager

  • Der anhaltende Fachkräftemangel im Lager- und Transportbereich erschwert die Aufrechterhaltung reibungsloser Abläufe trotz stetig steigendem Warenaufkommen in der FMCG-Branche.
  • Steigender Kostendruck und kürzere Lieferketten-Zykluszeiten erfordern eine kontinuierliche Optimierung der Transportgeschwindigkeit von Fertigware zwischen Produktion, Lager und Versand.
  • Der Mischverkehr zwischen Personen, Gabelstaplern und manuell bewegten Transporteinheiten birgt ein hohes Unfallrisiko, das die Einhaltung geltender Arbeitsschutzvorgaben erschwert.
  • Komplexe regulatorische Anforderungen nach DGUV und BetrSichV verursachen hohen Planungsaufwand bei der Erweiterung oder Modernisierung von Lagerprozessen.

Wie Intralogistik-Roboter helfen können

  • VSLAM-Navigation ohne fest installierte Markierungen ermöglicht eine schnelle Inbetriebnahme auch in bestehenden, nicht für Automatisierung ausgelegten Lagergebäuden.
  • Autonome Pfadplanung passt sich dynamisch an wechselnde Verkehrssituationen und veränderte Lagerlayouts an, ohne dass aufwendige Neukonfigurationen notwendig sind.
  • Automatische Aufladung an Dockingstationen sichert einen unterbrechungsfreien Betrieb ohne manuelle Ladevorgänge durch das Lagerpersonal.
  • Umfassende Hinderniserkennung durch kombinierte Sensorsysteme vermeidet zuverlässig Kollisionen mit Personen, anderen Fahrzeugen oder herabgefallenen Waren.
  • Intelligente Mehrroboter-Koordination und Echtzeit-Flottenmanagement gewährleisten reibungslose Abläufe auch bei hohem Verkehrsaufkommen im gesamten Lagerbereich.

Beim Einsatz von Systemen mit Kameras, Kartendaten oder Cloud-Datenverarbeitung müssen Betreiber die Einhaltung der Vorschriften nach DGUV und BetrSichV im Rahmen der vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung prüfen.

Ein genauerer Blick: OrionStar CarryBot D150 Im Einsatz

Der OrionStar CarryBot D150 setzt die oben genannten branchenüblichen Fähigkeiten auf praxisnahe Weise um: Laut Herstellerangaben erreicht er eine Positioniergenauigkeit von bis zu 1 cm bei der VSLAM-Navigation, was auch auf engen Verkehrswegen im Lager präzise Ablieferungen ermöglicht. Unter definierten Testbedingungen auf Marmorboden erreicht er eine Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden bei einer Nennlast von 100 kg, und mit einer minimalen erforderlichen Durchgangsbreite von 65 cm kann er auch in beengten Gassen von Bestandslagern sicher navigieren. Die integrierte 5-Schichten-Sicherheitsarchitektur kombiniert Lidar, Tiefenkameras und Kollisionssensoren, um die Anforderungen an den sicheren Betrieb nach geltenden Normen zu erfüllen.

Vorteile für FMCG-Produktionsleiter, Werksleiter, Logistikverantwortliche, Intralogistik-Manager

  • Reduzierung des Fachkräftedrucks: Der automatisierte Materialtransport übernimmt repetitive, körperlich belastende Transportaufgaben, sodass freie Personalkapazitäten für komplexe Tätigkeiten wie Kommissionierung oder Qualitätskontrolle genutzt werden können.
  • Kostensenkung im laufenden Betrieb: Laut Herstellerangaben senkt der Einsatz entsprechender AMR-Systeme die Betriebskosten im Materialtransport um bis zu 50 Prozent im Vergleich zu rein manuell betriebenen Abläufen.
  • Steigerung des Durchsatzes: Automatisierte Abläufe ermöglichen eine durchgehende Verfügbarkeit der Transporteinheiten, sodass die Produktivität im Materialtransport um bis zu 30 Prozent gesteigert werden kann, wie aus dokumentierten Fallstudien aus vergleichbaren Produktionsumgebungen hervorgeht.
  • Stabilität bei Lastspitzen: Die Flotte von Intralogistik-Robotern lässt sich bedarfsgerecht skalieren, sodass auch saisonale Spitzen im Warenaufkommen ohne zusätzliche kurzfristige Personalbeschaffung bewältigt werden können.
  • Datenbasierte Steuerung der Materialflüsse: Das Echtzeit-Flottenmanagement liefert durchgängige Daten zu Transportwegen, Auslastung und Lieferzeiten, die als Grundlage für die Optimierung der gesamten Lagerlogistik dienen.
  • Reduzierung von Arbeitsunfällen: Der automatisierte Transport schwerer Lasten kann typische Gefährdungen wie Quetschstellen, Stolperunfälle und Überlastung von Mitarbeitern verringern, die laut BGHM bei manuellem Materialtransport häufig auftreten.

Anwendungsfelder in der Praxis

Hochregallager-Bereiche

Im Hochregallager fallen regelmäßig wiederkehrende Transportaufgaben zwischen Eingangspuffer, Lagerplätzen und Kommissionierzonen an, die bisher häufig manuell oder mit konventionellen Gabelstaplern durchgeführt werden. Intralogistik-Roboter übernehmen den zuverlässigen Transport von vorkommissionierten Paletten und Kartons zwischen den Bereichen, ohne dass das Personal in gefährlichen Bereichen der Hochregalanlage eingesetzt werden muss.

Kommissionier- und Packzonen

In diesen Bereichen besteht oft ein hohes Verkehrsaufkommen zwischen Mitarbeitern, Packplätzen und Zwischenlagerplätzen für fertig verpackte Waren. Die Roboter transportieren leere und volle Behälter automatisch zwischen den Stationen, sodass Kommissionierpersonal keine Zeit mehr für lange Laufwege verschwendet und sich vollständig auf die Bearbeitung von Bestellungen konzentrieren kann.

Verladebereich Und Versandpuffer

Im Verladebereich entstehen häufig kurzfristige Spitzen bei der Bereitstellung von Waren für den Abtransport durch Spediteure. Die autonomen Roboter liefern fertig kommissionierte Sendungen bedarfsgerecht direkt an die Verladestellen, sodass Wartezeiten für Lkw reduziert und die Durchlaufgeschwindigkeit im Versand deutlich gesteigert werden kann.

Retouren- Und Reklamationszone

Der Transport von zurückgesandten Waren aus dem Versandbereich in die Retourenprüfung und anschließend zur Nachbearbeitung oder Wiederlagerung ist ein sehr repetitiver Arbeitsschritt. Intralogistik-Roboter übernehmen diesen Transport vollständig automatisiert, sodass die Effizienz in diesem oft vernachlässigten Bereich der Lagerlogistik deutlich gesteigert werden kann.

Integration in andere intelligente Systeme

Intralogistik-Roboter lassen sich über ihre offenen Schnittstellen nahtlos in die bestehende Systemlandschaft des FMCG-Fertigwarenlagers einbinden: Sie verbinden sich mit gängigen Warehouse-Management-Systemen, ERP-Lösungen wie SAP EWM sowie MES-Systemen aus dem Produktionsumfeld und können über OPC-UA-Standards an bestehende IoT-Plattformen angebunden werden. In Kombination mit 5G-Campus-Netzen wird eine zuverlässige Echtzeit-Datenübertragung zwischen der Roboterflotte und der zentralen Leitsteuerung sichergestellt, sodass die gesamte Materialflusssteuerung ohne Medienbrüche abläuft. Die vorgeschriebene Planung von Infrastruktur, Simulation des Bewegungsverhaltens und Erstellung des Sicherheitskonzepts nach VDI 2510 ist dabei ein fester Bestandteil des Integrationsprozesses.

Unterstützung von ESG- und Nachhaltigkeitszielen

  • Energieeffiziente Betriebsabläufe: Moderne Intralogistik-Roboter arbeiten mit niedrigem Energieverbrauch und optimieren die Fahrwege automatisch, sodass der Energieeinsatz pro Transportvorgang deutlich geringer ausfällt als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungs- oder auch elektrischem Gabelstaplerbetrieb.
  • Sichere und menschengerechte Arbeitsbedingungen: Durch die Übernahme körperlich belastender Transportaufgaben werden die Arbeitsbedingungen für die Lagerbelegschaft nachhaltig verbessert, was den Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes und den Kriterien der EU-Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten entspricht.
  • Transparente Lieferketten: Die durchgängige Erfassung aller Transportvorgänge durch die Roboterflotte liefert lückenlose Daten zur Herkunft und Bewegung jeder Fertigware im Lager, die zur Erfüllung der steigenden Anforderungen an transparente Lieferketten im FMCG-Bereich genutzt werden können.

Zusammengefasst unterstützt der Einsatz von Intralogistik-Robotern FMCG-Hersteller dabei, ihre nachhaltigen Betriebsziele schrittweise zu erreichen, ohne dass umfassende bauliche Veränderungen im bestehenden Lager erforderlich sind.

Abschluss

Intralogistik-Roboter verändern nachhaltig die Gestaltung von Materialflüssen im Fertigwarenlager der FMCG-Herstellung, indem sie bisher manuell ausgeführte, repetitive Transportaufgaben flexibel und zuverlässig automatisieren. Die OrionStar CarryBot series bietet mit unterschiedlichen Ausstattungsvarianten (D100, D150, CarryBot 1/2/3 Ausstattungsvarianten) passende Lösungen für unterschiedliche Lastanforderungen und räumliche Gegebenheiten im Lager, sodass Betreiber die für ihren individuellen Anwendungsfall passende Konfiguration auswählen können.